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06. 01. 1968 - 06. 01. 1986
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Im Jahre 1968 geht die 16jährige Ära von Kommandant Hermann Bernsteiner zu Ende. So werden bei den Neuwahlen für den Posten des Kommandanten zwei Wahlvorschläge eingebracht. Sie lauten Karl Schwarz und Franz Mayrhofer, der letzendlich die Wahl für sich entscheiden kann. Franz Kerschbaumer und Karl Schwarz sind die Kandidaten für die Stelle des Kommandantenstellvertreters. Letzterer wird schließlich mit Stimmenmehrheit wiedergewählt. Leopold Szivos als Zahlmeister und Karl Ungersböck als Schriftführer ergänzen das Vorstandsteam unserer Wehr.
Zu einigen Änderungen in der Wahlordnung kommt es im Jahre 1971 laut neuem NÖFFG (Niederösterreichisches Feuerpolizei- und Feuerwehrgesetz). In Hinkunft dauert die Funktionsperiode des Kommandos fünf Jahre, und nur mehr der Kommandant und dessen Stellvertreter werden in geheimer Wahl ermittelt. Weiters gehören ab nun die Begriffe "Schriftführer" und "Zahlmeister" der Vergangenheit an. Schriftverkehr und Finanzen werden vom sog. Leiter des Verwaltungsdienstes wahrgenommen, dem ein Gehilfe zur Seite gestellt ist.
Veränderungen in der Besetzung der Funktionen ergeben sich erst bei den Neuwahlen des Jahres 1976. Franz Gangl erklärt sich bereit die Stelle des Kommandantenstellvertreters zu übernehmen, was durch Einstimmigkeit zum Ausdruck gebracht wird. Die Funktion des Verwalters übernimmt wieder Karl Ungersböck. Er stellt aber die Bedingung, dass im Laufe des Jahres ein neuer Mann für dieses Amt anzulernen sei. Schließlich kommt es zur angekündigten Übergabe dieses Postens auf Erich Tanzler.
Eine Zwischenwahl wird notwendig, als im Jahre 1979 Franz Gangl seine Stelle zurücklegt. Für ihn übernimmt Adolf Zangl diese Funktion. Verstärkt wird das Verwaltungsteam Tanzler - Szivos als 1981 Johann Schwarz zum Gehilfen des Leiters des Verwaltungsdienstes ernannt wird. Eine weitere besondere Beförderung betrifft im selben Jahr unseren Kameraden Wolfgang Pilz. Zum Doktor der Medizin promoviert, ernennt ihn das Niederösterreichische Landesfeuerwehrkommando zum Feuerwehrarzt. Auch die Jahre 1982 und 1983 bringen personelle Änderungen mit sich. Johann Schwarz übernimmt von Leopold Szivos die Aufgaben des Zahlmeisters und Stellvertreters des Leiters des Verwaltungsdienstes. Franz Kerschbaumer wird einstimmig zum Kommandantenstellvertreter gewählt und löst Adolf Zangl in dieser Funktion ab.
Die praktische Einsatztätigkeit erfährt am Übergang zu den 70er Jahren eine allmähliche Veränderung. In zunehmendem Maße sind es technische Hilfeleistungen aller Art, welche die Brandeinsätze bei weitem zu übertreffen beginnen. Durch die wachsende Motorisierung im Personen- und Güterverkehr steigt die Zahl der Verkehrsunfälle, was geänderte Anforderungen an Gerät und Ausbildung stellt. Grimmenstein als zentraler Ort mit einer Reihe wichtiger Verkehrswege ist davon betroffen. Die Bundesstraße B 54 mit dem Kreuzungsbereich zur B 55 und der Aspangbahn als auch die Landesstraßen nach Hochegg und Kienegg stellen häufige Einsatzorte dar.
Aber auch in der Brandbekämpfung kommt es zu einer notwendigen Weiterentwicklung. Der schwere Atemschutz wird infolge der häufigen Verwendung von Kunststoffen bei der Errichtung und Ausstattung von Gebäuden und der Produktion von verschiedensten Gütern eine für jede Wehr unumgängliche Notwendigkeit.
Der Brand in der Kunstlederfabrik Korintia in Olbersdorf im November 1968 ist zugleich der erste Einsatz mit Atemschutzgeräten. Die von unserer Wehr im selben Jahr angeschafften Geräte erfahren dabei ihre Feuertaufe. Zum Tragen kommt jedoch die unbedingt notwendige Atemschutzausbildung, als ein gefährlicher Einsatz in einem Privathallenbad zu leisten ist. Eine Leckage, die ausströmende Chlordämpfer verursacht, muss ausfindig und unschädlich gemacht werden.
Wie aus der Einsatzstatistik ersichtlich ist, kommt es allmählich zu einer Verlagerung der Einsätze in Richtung technische Hilfeleistungen. Besonders zu erwähnen ist daher der technische Einsatz des Jahres 1970, bei dem unser neues technisches Rüstfahrzeug gute Dienste leistet. Durch den Zusammenstoß eines PKW mit einem mit Schotter beladenen Lastwagen samt Anhänger auf der B 54 im Bereich von Hütten müssen die Insassen mit Spreizklemmen befreit werden. Alle drei Personen überleben mit schweren Verletzungen.
Wie aus dem Diensttagebuch unserer Feuerwehr zu erfahren ist, gibt es alljährlich eine Zahl von Bränden, zu denen unsere Kameraden gerufen werden. Seien es Flur- und Waldbrände oder brennende Hauskamine, die es zu löschen gilt. Doch gerade der Einsatz bei Großbränden stellt immer wieder enorme Anforderungen an Mannschaft und Gerät.
So werden wir gerufen als das Wirtschaftsgebäude, die Scheune und der Geräteschuppen im Anwesen des Anton Gremmel durch einen Blitzschlag im Juli des Jahres 1970 in Flammen stehen. Zusammen mit den Wehren von Hochegg und Edlitz gelingt es das Wohn- und Stallgebäude solange vom Feuer abzuschirmen, bis die Tanklöschwagen der Feuerwehren Aspang und Feistritz sowie die Feuerwehr Wiesfleck eintreffen.
Im Jahre 1971 muss unsere Wehr zum Brand in der Säge Frankenau ausrücken. Es sind 22 Mann im Einsatz, deren Aufgabe die Bekämpfung des Feuers bei der Halle II ist. Es gelingt einen Teil der Gerätschaft aus den Flammen zu retten und ein Übergreifen des Brandes auf den Schnittholzlagerplatz zu verhindern.
Zu einem Feuer in der Zellstoffwattefabrik der Hermann Walli GesmbH, das jedem beteiligten Feuerwehrkameraden noch in Erinnerung ist, wird unsere Wehr im April 1977 gerufen. Dem Brandbericht darüber ist zu entnehmen:
"Bereits als die Kameraden durch das Heulen der Sirene aus ihren Häusern geholt wurden, wussten sie, dass ein Großfeuer sie erwartet. Der Nachthimmel war rot gefärbt und Brandgeruch hing in der Luft. Beim Eintreffen an der Brandstelle stand die große Lagerhalle in Flammen."
Nur mit Hilfe der Nachbarwehren kann das Feuer auf diese Halle begrenzt werden. So leisten 32 Kameraden unserer Feuerwehr bei diesem Brand 220 Einsatzstunden. Die Firma Walli spricht ihnen für den mustergültigen Einsatz, der das Schlimmste verhindern kann, Dank und Anerkennung aus.
Auch der Großbrand des landwirtschaftlichen Betriebes von Karl Punkl im August des Jahres 1985 fordert enormen Einsatz von unserer Wehr. 103 Mann von 6 Feuerwehren leisten dabei in 356 Gesamteinsatzstunden hervorragende Arbeit.
Die in den Einsatzaufzeichnungen ersichtliche Zunahme von Ausrückungen zu Verkehrsunfällen und anderen technischen Hilfsdiensten führt dazu, dass ein technisches Rüstfahrzeug bestellt wird. Am 15. August 1970 erfolgt die feierliche Segnung des neuen technischen Rüstwagens, für den die Patenschaft Frau Hertha Huemann übernimmt. Unsere Wehr ist stolz auf dieses Fahrzeug, zumal es doch erst der zweite Rüstwagen dieser Art ist, der in Niederösterreich im Einsatz steht.
Im Jahre 1975 ist es dann auch möglich ein Kommandofahrzeug zu erhalten. Durch Ankauf eines gebrauchten Rot-Kreuz-Wagens der Bezirksstelle Aspang, der in Eigenleistung umgebaut wird, hält sich die finanzielle Belastung für unsere Wehr in Grenzen. Zu einer wesentlich größeren Anschaffung kommt es schließlich im Jahre 1979, dem Ankauf des Tanklösch- und Bergungsfahrzeuges TLFA 1100 Mercedes-Benz-Unimog U125 von der Firma Rosenbauer. Die Segnung des neuen Fahrzeuges wird im Rahmen des 4. Pfingstfestes vorgenommen. Als Patinnen fungieren Frau Elfriede Tanzler und Frau Ida Spanblöchl. Ergänzt wird die Fahrzeugausstattung mit dem Ankauf des Kleinlöschfahrzeuges VW LT 35 im Jahre 1984. Die Patenschaft dafür übernehmen unsere Patinnen gemeinsam. Schließlich kann unser Kommandant Franz Mayrhofer noch bis Ende des Jahres 1985 eine weitere Fahrzeuganschaffung fixieren. Es ist dies der Ankauf des Kleinrüstfahrzeuges VW LT 35. Somit hat unsere Feuerwehr eine Fahrzeugausstattung erreichen können, die den Anforderungen der Gegenwart wie auch der nächsten Zukunft gerecht wird.
Am Bezirksfeuerwehrtag 1968 wird bekanntgegeben, dass der Feuerwehrbezirk in vier Abschnitte geteilt wird. Unser Abschnitt besteht fortan aus den Wehren Edlitz, Hochegg, Kienegg, Wiesfleck, Grimmenstein II und Grimmenstein I. Unser Kommandant Franz Mayrhofer wird als Bezirksfeuerwehrrat unseres Abschnittes nominiert.
Mit 31. Dezember 1969 tritt dann ein neues Gesetz über die örtliche Feuerpolizei und das Feuerwehrwesen in Kraft. In einer Gleichschrift des Amtes der NÖ Landesregierung wird der Kern des neuen Gesetzes wie folgt erläutert:
"Die Freiwilligen Feuerwehren werden Körperschaften des öffentlichen Rechtes und haben als solche nach § 24 zwei Aufgaben zu erfüllen, nämlich die Bekämpfung von Bränden durchzuführen und Hilfe bei Notlagen zu leisten. Es sind sohin auf Grund der gesetzlichen Verpflichtung dieser Körperschaft Brandeinsätze und technische Einsätze zu fahren."
1970 werden schließlich die rechtlichen Veränderungen wirksam. Dies bewirkt die Auflösung unserer Feuerwehr als Verein. Sie wird fortan als Körperschaft des öffentlichen Rechtes geführt. Eine weitere Änderung in rechtlicher Hinsicht erfolgt am 10. April 1976 in einer Vollversammlung unserer Wehr. Es wird der einstimmige Beschluss gefasst, den Namen unserer Wehr aus Gründen der Transparenz von Grimmenstein I auf Grimmenstein-Markt zu ändern. Der Gemeinderat bestätigt diese Umbenennung, womit sie schließlich Gültigkeit erlangt.
1968 wird erstmals von unserer Wehr auch eine Jugendgruppe gegründet, die noch im selben Jahr bereits erfolgreich an den Feuerwehrjugendbewerben in Landschach teilnimmt. Dazu steht im Protokollbuch vermerkt: "Unter großem Applaus trat erstmals von Grimmenstein eine Jugendgruppe an. Diese hat auch laut Bewertung den Wettkampf in Bronze und Silber bestanden."
Aber auch zwei Kameraden können die umfangreichste Prüfung, die im Feuerwehrwesen abgelegt werden kann, erfolgreich bestehen. 1985 treten Ernst Brandstetter und Johannes Kronaus bei den Berwerben in Tulln für das Feuerwehrleistungsabzeichen in Gold an.
Zur Finanzierung des Dienstbetriebes und den Ankauf von neuen Geräten muss unsere Wehr zu verschiedensten Mitteln greifen. So wird einige Jahre hindurch jeden ersten Samstag im Monat eine Sammlung von Altpapier durchgeführt, welches dann um S 1,80 bzw. S 1,60 pro Kilogramm an die Firma Carintia verkauft wird.Zu einer der wichtigsten Einnahmequellen wird jedoch eine Festveranstaltung, deren geistiger Vater unser Kommandant Franz Mayrhofer ist.
Aus Anlass des 80jährigen Gründungsfestes unserer Wehr findet auf dem Areal unserer Patin Frau Hertha Huemann das 1. Pfingstfest statt. Zu dieser Jubiläumsfeierlichkeit am Pfingstsonntag, dem 29. Mai 1977, steht im Protokollbuch folgendes vermerkt: "Die ganze Bevölkerung, die gesamte Gemeinde, Bürgermeister, Gemeinderäte, Geistlichkeit feierte und freute sich mit uns."
Da diese Veranstaltung einen großen finanziellen wie auch gesellschaftlichen Erfolg bringt, wird der Entschluss gefasst, das heute schon zur Tradition gewordene Feuerwehrfest alljährlich zu Pfingsten abzuhalten. Im Rahmen dieses Festes werden auch Fahrzeugsegnungen vorgenommen und Auszeichnungen überreicht. So erhalten im Jahre 1980 unsere Patinnen Frau Hertha Huemann, Frau Anna Fritz und Frau Maria Seidl für ihre stete Unterstützung unserer Wehr die Florianiplakette.
Unter der Dienstzeit unseres Kommandanten Franz Mayrhofer heißt es auch Abschied nehmen von so manchen Kameraden und treuen Förderern unserer Wehr. So müssen wir im Juli unsere Patin Frau Johanna Müller zur letzten Ruhe geleiten. Unsere "Hanni-Tant'" ist eine Patin der ersten Stunde gewesen. Als der schwierige Aufbau unserer Feuerwehr nach dem Zweiten Weltkrieg beginnt, übernimmt sie die Patenschaft der Motorspritze RW 80. Zu Beginn des Jahres 1978 erschüttert unsere Wehr ein weiterer unerwarteter Todesfall. Im Jänner verstirbt unser früherer Kommandantstellvertreter Karl Schwarz. Groß ist die Beteiligung der Feuerwehrkameraden als er zu Grabe getragen wird.
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