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12. 01. 1940 - 13. 01. 1952
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Die Dreißigerjahre enden mit dem Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland. In dieser Zeit bleibt zunächst das Feuerwesen unangetastet, doch schon bald werden die Feuerwehren als Vereine aufgelöst und direkt der Gemeindeverwaltung untergeordnet. Das bedeutet zugleich die Übergabe des gesamten Vermögens und das Verbot Feste zur Finanzierung abhalten zu dürfen. Da in den Feuerwehren keine Versammlungen stattfinden, fehlen aus diesen Jahren fast alle Aufzeichnungen.
Die erste Eintragung im Protokollbuch unserer Feuerwehr nach dem Krieg ist die Generalversammlung am 12. Jänner des Jahres 1946. Bedingt durch die lange Kriegszeit, in der auch unsere Wehr viele Verluste von Feuerwehrkameraden hinnehmen muss, sind Neuwahlen abermals notwendig geworden. Adolf Kapfenberger, der schon während des 2. Weltkrieges die Geschicke unserer Feuerwehr gelenkt hat, wird einstimmig als Hauptmann wiedergewählt. Weitere Funktionen im Vorstand übernehmen Johann Heißenberger als Hauptmannstellvertreter, Alois Angeler als Steigerzugsführer und Karl Lackner als sein Stellvertreter. Spritzenzugsführer wird Karl Schwarz I und sein Stellvertreter Leopold Trimmel. Den Posten als Zeugwart hat Alois Angeler sen. inne, Kassier bleibt Franz Carhaun und Schriftführer Josef Fichtl. In unveränderter Zusammensetzung arbeitet unser Kommando bis zum Jahre 1950, wo im Jänner Feuerwehrkamerad Hermann Bernsteiner als Hauptmannstellvertreter Johann Heißenberger ablöst.
Spärlich sind die Eintragungen im Diensttagebuch unserer Feuerwehr und in der Pfarrchronik über die Einsatztätigkeit unserer Feuerwehrmänner.
Aus der Pfarrchronik:
"Am 1. April 1942 brannte das Bauernhaus Vollnhofer - Leeb in Hochegg ab. Der Besitzer Karl Leeb hatte wegen Familienzwist das Feuer selbst gelegt und ist darin verbrannt aufgefunden worden."
Bedingt durch den Personalmangel in den Feuerwehren während der Kriegszeit kommt es ab dem Jahre 1943 zur Errichtung von Gruppen der Feuerwehrhelferinnen, die es damals auch bei uns im Ort gegeben hat. Frauen und Mädchen werden bei Übungen, die ersten davon finden im Februar und März 1944 statt, geschult um im Ernstfall einsatzbereit zu sein.
Frau Anna Fritz und Frau Maria Schwarz erinnern sich:
"Unsere Kommandantin war Johanna Müller, die zugleich als Maschinistin die Motorspritze IB 48 bediente. Als Bekleidung trugen wir Zwilchblusen und -hosen. Neben uns beiden gehörten der "Frauenfeuerwehr" im Ort noch Wilhelmine Mayrhofer und Juliane Allerbauer an. Weitere Namen sind uns leider nicht mehr bekannt. Die Übungen fanden im Saal des Gasthofes der Frau Johanna Müller statt. Zwei Einsätze sind uns noch gut in Erinnerung."
"Nach einem Bombenangriff auf Neunkirchen wurde die Feuerwehr Grimmenstein am 24. Mai 1944 alarmiert, um mitzuhelfen, die in Flammen stehenden Häuser der Stadt zu löschen. Es rückten jedoch nur die anwesenden Feuerwehrmänner nach Neunkirchen aus. Wir Frauen mussten beim Feuerwehrhaus bleiben. Uns fiel dann nur die Aufgabe zu, nach dem Brandeinsatz die vom Teer stark verschmutzten Schläuche bei der Wehranlage der Firma Nestle' zu reinigen."
"Am 15. Oktober des Jahres 1944 brach an einem Sonntag Nachmittag ein Brand im Anwesen Au-Lechner aus. Der Stallboden samt den Heuvorräten stand in Flammen. Die Bekämpfung des Feuers wurde mittels einer langen Schlauchleitung zum Mühlbach durchgeführt. Eingesetzt war die Motorspritze IB 48. Das gesamte Vieh und das Wohngebäude konnten gerettet werden, der Stall brannte vollständig ab."
Weitere Originaltexte weisen auf die wichtigsten Einsätze in jener Zeit hin.
Aus der Pfarrchronik:
"Am 19. Juni 1944 suchte unsere Gegend ein wolkenbruchartiger Regen heim, der in Grimmenstein und Hütten eine derartig große Überschwemmung verursachte, daß sich die ältesten Menschen an eine solche nicht erinnern konnten. Der sogenannte Wallisteg war spurlos verschwunden, beim Sägewerk Holzer die beiden Wehren zertrümmert. Blochholz und Zäune fortgerissen, Wiesen und Felder standen kniehoch unter Wasser."
"Am Ostersonntag des Jahres 1945 wurde in Hütten im Gasthaus der Frau Anna Holzer und in den Häusern des Josef und Franz Ungersböck von den Russen Feuer gelegt. Die Gebäude brannten vollständig aus, da die russischen Soldaten eine gezielte Brandbekämpfung der Feuerwehr zu verhindern wußten."
Aus dem Diensttagebuch:
"Im Jahre 1950 stellt unsere Feuerwehr bei zwei Großbränden im Bezirk ihre rasche Einsatzbereitschaft unter Beweis. Im Mai eilen die Feuerwehrkameraden zum Brand in der Firma Hamburger in Pitten, im Juli gilt es einen Waldbrand im Gebiet Föhrenwald-St. Egyden zu löschen."
Traurige Anlässe gibt es im Laufe der Vereinsgeschichte immer wieder. Sind es die toten Feuerwehrkameraden, die wir im Laufe zweier Weltkriege zu beklagen haben, oder sind es verstorbene aktive und unterstützende Mitglieder der Gründerzeit oder danach. So heißt es auch im Jahre 1944 Abschied nehmen von den zwei Gründungsmitgliedern August Brückler und Bürgermeister Johann Heißenberger. Unter großer Beteiligung unserer Feuerwehr und der Bevölkerung werden sie zu Grabe getragen.
Verpflichtungen können aber auch schön sein. So rückt am 25. Juli 1948 eine Abordnung unserer Wehr zur feierlichen Weihe der Kirchenglocken nach Edlitz aus. Feuerwehrkränzchen, Maibaumumschnitte, Blumentage und Heurigenabende tragen dazu bei, dass mit dem Reingewinn der verschiedenen Veranstaltungen wichtige Anschaffungen getätigt werden können. Es sind dies der Ankauf der Motorspritze "RW 80" und des Ford Canada "UNRRA", um für einen besseren Einsatz gerüstet zu sein. Dieser erste Ford Canada, ein Militärfahrzeug der amerikanischen Besatzungsmacht und seit dem Jahre 1946 im Besitz unserer Wehr, wird jedoch bereits 1951 wieder verkauft, da er kein Allradfahrzeug ist. Der gleiche Ford Canada "UNRRA" mit Allradantrieb befindet sich jedoch im Fahrzeugstand der Firma Nestle', von der unsere Feuerwehr das Auto erwerben kann.
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