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07. 01. 1906 - 30. 10. 1926
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Am 13. Dezember 1905 stirbt ein sehr verdienstvolles Mitglied unserer Wehr. Es ist dies Josef Kaupp, ein Mann der ersten Stunde, der als Mitbegründer und 1. Hauptmann allerorts gut bekannt und beliebt gewesen ist. So stellt sich in der Generalversammlung am 7. Jänner 1906 die Frage einen geeigneten Nachfolger zu finden. Einstimmig fällt die Wahl auf den langjährigen Hauptmannstellvertreter Herrn Robert Hain als neuen Hauptmann unserer Feuerwehr. Weitere Funktionen bekleiden Karl Gruber als Hauptmannstellvertreter, Josef Abel als Steigerzugsführer, Johann Henseli als dessen Stellvertreter, Johann Schreiner als Spritzenzugsführer und Zeugwart, Alois Fritz als dessen Stellvertreter, Johann Heißenberger als Führer der Schutzmannschaft, Franz Schwarz als Schriftführer und Kassier sowie Johann Kaupp als Ausschussmitglied. Michael Kochesser löst im Jahre 1909 als Spritzenzugsführerstellvertreter Alois Fritz in seiner Funktion ab, und bereits zwei Jahre später gibt es abermals personelle Änderungen in unserer Wehr. Johann Kaupp als Hauptmannstellvertreter, Franz Bernsteiner als Steigerzugsführer, Stefan Reidinger als Steigerzugsführerstellvertreter, August Brückler als Kassier, Johann Abel als Zeugwart und August Gold als Schriftführer gehen bei den Ergänzungswahlen als neu gewählte Mitglieder unseres Kommandos hervor.
Nachdem lange und ausführliche Gespräche mit den Bewohnern der Rotte
Eben zu einem gemeinsamen Ziel geführt haben, beschließt unser Kommandant
1906 hier eine Filiale zu gründen. Rottenführer Josef Giesauer und
Zugsführer Leopold Ungersböck erklären sich bereit die Filiale zu leiten.
Rasch jedoch finden sich immer mehr Männer, die der Feuerwehr auf der Eben
beitreten. Josef Schirk als Zeugwart und Josef Kuntner als Steigerrottenführer
ergänzen den Personalstand der Feuerwehrfiliale Eben.
Auch in Hochegg erhält die Filiale einen Rottenführerstellvertreter.
Anton Holanek nimmt die Wahl dazu an.
Nach Ausbruch des 1. Weltkrieges stehen unserer Feuerwehr in den Kriegsjahren nur jene Kameraden zur Verfügung, die nicht einrücken müssen. So wird der Feuerwehrbetrieb eingeschränkt und mit den wichtigsten Funktionen besetzt weitergeführt. Die Männer an der Spitze unserer Wehr sind Robert Hain als Hauptmann, Johann Kaupp als Hauptmannstellvertreter, Franz Bernsteiner als Zugsführer, Johann Schreiner und später Michael Kochesser als Spritzenzugsführer, August Vizvary als Zeugwart sowie Josef Fichtl als Schriftführer. Konstante Übungstätigkeit, große Einsatzbereitschaft und gemeinsam durchgeführte Veranstaltungen tragen zur Aufrechterhaltung des Vereins- und Gesellschaftsleben bei.
Ein besonders kritisches Jahr ist das Jahr 1925. Als Spiegelbild der damaligen Verhältnisse während der Zwischenkriegszeit kommt es auch in unserer Feuerwehr zu einer unerfreulichen Situation. Bei der Generalversammlung im Jänner melden sich 15 Männer zum Eintritt in unsere Wehr. Sie werden aber ohne ersichtlichen Grund nicht aufgenommen. Dies führt vier Wochen später zur Einberufung einer außerordentlichen Vollversammlung, in der die Auflösung der freiwilligen Feuerwehr Grimmenstein I zur Diskussion gestellt wird. Nach langer, heftiger Debatte darüber kommt es zur Abstimmung. 27 Mitglieder sind für die Auflösung unserer Wehr, nur 13 Mitglieder sind dagegen. Daraufhin bestimmt der Bürgermeister Johann Heißenberger 18 Männer aus der Wehr, die den Feuerwehrdienst im Bedarfsfall übernehmen müssen. Kassa und Kassabücher werden zur sicheren Verwahrung im Gemeindeamt deponiert. Doch bereits im Oktober desselben Jahres wird in einer Sitzung, zu der alle Feuerwehrkameraden eingeladen sind, die Konstituierung und Neugründung unserer Feuerwehr beschlossen. Robert Hain wird dabei als Hauptmann bereits zum siebenten Male in seiner Funktion bestätigt. Weitere Agenden im Kommando übernehmen Franz Bernsteiner als Hauptmannstellvertreter, Anton Rieger als Steigerzugsführer, Alois Fritz als Spritzenzugsführer, Hyronimus Mrakawa als dessen Stellvertreter, Anton Kirner als Zeugwart, August Brückler als Kassier und Josef Fichtl als Schriftführer.
In die zwanzigjährige Tätigkeit unseres Kommandanten Robert Hain fallen zahlreiche Einsätze unserer Wehr. Die davon bedeutendsten Ereignisse sind in der Pfarrchronik schriftlich dokumentiert. Originaltexte sollen wiedergeben, was damals geschehen ist.
Aus der Feuerwehrchronik:
"Am 29. Juli 1908 schlug der Blitz in das Gehöft des vulgo Senft in Hochegg ein. Die Filialen Eben und Hochegg erschienen rasch am Brandplatze. Da das brennende Gebäude nicht zu retten war, richtete die Filiale Hochegg die ganze Kraft auf die Erhaltung der Wirtschaft Faustböck, welche gerettet wurde. Die freiwillige Feuerwehr Edlitz war bei der Löscharbeit beteiligt. Der Wassertransport betrug 300 Meter."
"Am 3. Oktober 1908 brach um 8 Uhr abends im Gehöfte des Alois Wagner in Kamerallen Feuer aus. Trotz der raschen Ankunft der freiwilligen Feuerwehren Grimmenstein und Edlitz war das ganze, größtenteils aus Holz gebaute Anwesen ein Raub der Flammen. Die Wasserbeschaffung war äußerst schwierig, und es war das Wasser in kurzer Zeit ungenügend."
"Am 7.Februar 1909 wurde von Seite der Bewohner von Petersbaumgarten an das Kommando der freiwilligen Feuerwehr Grimmenstein das Ersuchen gestellt, zur Brechung des Eisstoßes in Petersbaumgarten mitzuwirken. Unter dem Kommando des Hauptmannstellvertreters Karl Gruber wirkten 7 Mann mit, welche im Verein mit der Bevölkerung und der mittlerweile eingelangten Mannschaft der Filiale Eben den Eisstoß brachen und große Gefahr für die Umgebung ablenkten."
Aus der Pfarrchronik:
"Sonntag,10. Dezember 1916, um 2 Uhr nachts kam im Anwesen des Franz Ungersböck in Hütten Nr. 12 ein Feuer zum Ausbruch, welches durch einen Knecht, der zu Neujahr entlassen werden sollte, aus Rache gelegt wurde. Bis auf die Hausstuben blieben nur die nackten Mauern stehen. Es verbrannten 7 Kühe, einige Schweine, 2 Stück Jungvieh. Auf dem Hausboden verbrannten u.a. 2 Truhen Hausleinwand. Der Übeltäter erhielt 20 Jahre Kerker."
"Samstag, 10. November 1917, brach um 11 Uhr ein Brand im Bauernhause des Johann Vollnhofer in Hochegg Nr. 49 aus, welcher das Wohnhaus und die Wirtschaftsgebäude einäscherte. Die Hausstube und Küche blieb bewohnbar. Das Vieh konnte gerettet werden, Getreide und Futtervorräte verbrannten. Brandursache unbekannt."
"Am Mittwoch, 22. November 1922, 9 Uhr vormittags kam auf dem Boden des Wirtschaftstraktes des Gastwirtes und Fleischhauers Alois Lackner ein Feuer zum Ausbruch, welches einen Teil des Dachstuhls, landwirtschaftliche Maschinen und aufbewahrtes Stroh vernichtete. Der Brand konnte bald lokalisiert werden, weil das Ziegeldach das Feuer zurückhielt, bis das Löschen und Einhalt gebieten tatkräftig durch die Feuerwehren erfolgen konnte. Ursache: Nachlässigkeit beim Hausbau, indem ein Schlauch am Boden offen blieb. Als der Maurer den Kessel einmauerte und hierauf einheizte, um zu probieren, war das Unglück geschehen. Für die Umgebung bestand keine unmittelbare Gefahr."
"Sonntag, 4. Jänner 1925, entstand um halb 9 Uhr abends in der Scheune des Bauern und Bürgermeister Johann Heißenberger in Grimmenstein Nr. 59 ein Feuer, welches gar schnell um sich griff und das Wirtschaftsgebäude bis auf das Mauerwerk einäscherte. Der Hausstock blieb erhalten, das Vieh wurde gerettet, dagegen verbrannten alle Wirtschaftsgeräte."
"Am Samstag, 15. Mai 1926, brach um 3 Uhr früh imDampfsägewerk des Zimmermeisters Karl Seidl aus unbekannter Ursache ein Brand aus. Das Sägewerk und der linksseitige Teil des Holzlagerplatzes wurden ein Raub der Flammen. Das nahe Wohnhaus wurde nur infolge der günstigen Windrichtung vom Feuer verschont."
Immer wieder muss bei den Übungen festgestellt werden, dass die Zahl der teilnehmenden Feuerwehrkameraden sehr gering ist. So wird im Jahre 1914 im Vorstand zwecks Auschlusses eines Feuerwehrmannes aus unserer Wehr ein wichtiger Beschluss gefasst.
Aus dem Protokollbuch:
"...betreffs Streichung eines Kameraden aus dem Verein, da er nur am Papier Feuerwehrmann ist, und das ganze Jahr sich nicht sehen läßt.Dieser wäre schriftlich zu verständigen, daß er dreimal im Jahre zur Übung erscheinen müsse, da er sonst seiner Rechte verlustig erklärt werde."
Das im Vorstand unserer Feuerwehr immer wieder viel diskutierte Problem ist die Beschaffung von Geldmitteln für den Ankauf von Geräten, eine bessere Ausrüstung für die Mannschaft und die Errichtung von Spritzenhäusern für die beiden Feuerwehrfilialen. Daher ist es damals nur möglich über Darlehen, Subventionen und viel Eigenleistung den Feuerwehrbetrieb aufrecht zu erhalten. So geschieht dies auch bei der Errichtung der Feuerwehrfiliale auf der Eben im Jahre 1906, wo zur Deckung der Kosten 2/3 die freiwillige Feuerwehr Grimmenstein trägt und 1/3 von der Gemeinde und den Interessenten geleistet wird. Der Ankauf von einheitlichen Kappen für alle ausübenden Mitglieder und eine Maschinenleiter von der freiwilligen Feuerwehr Inzersdorf, die sich noch in gutem Zustand befindet, gehören zu den einzigen Investitionen dieser Zeit. Sehr stark belastet wird unsere Vereinskasse auch durch die Einzahlung der Sterbekassenbeiträge für die eingerückte Mannschaft während der Kriegszeit. Dies führt dazu, dass die Einzahlungen eingestellt werden müssen, und der Kassier unserer Wehr angewiesen wird die Beiträge dafür von den nächsten Anverwandten einzukassieren.
Leopold Ungersböck, Zugsführer der Filiale Eben, stellt an das Kommando unserer Feuerwehr den Antrag für Übungszwecke eine Steigleiter anzukaufen. Dies erregt jedoch die Gemüter einiger Feuerwehrkameraden so sehr, dass nach einer hitzigen Debatte eine Abstimmung darüber Klarheit schaffen muss. Mit 5 zu 4 Stimmen wird der Ankauf der Steigleiter dann beschlossen.
Dieser Vorfall führt jedoch bereits einige Tage später zur Einberufung einer außerordentlichen Ausschusssitzung unter dem Vorsitz des Bezirksobmannes von Aspang Herrn Alois Pelnitschar.
Aus dem Protokollbuch:
"Der Bezirksobmann bringt zur Sprache, dass Einigkeit in der Feuerwehr sein solle und unkameradschaftliche Mitglieder, welche in der Feuerwehr Zankstifter sind, aus derselben zu streichen. Ferner sollen die Übungen der Zentrale und der Filiale Eben nach Möglichkeit mitsammen geschehen, damit eine Gleichmäßigkeit bei derselben zu erreichen ist. Der Ausschuß beschließt, dass Mitglied Leopold Ungersböck für seine unkameradschaftlichen Äußerungen nach der Generalversammlung vom 2. Jänner vor der gesamten Mannschaft Abbitte zu leisten oder seinen Austritt aus der freiwilligen Feuerwehr anzumelden. Auch bringt Herr Hauptmann Robert Hain nochmals zur Sprache die Zahl der Mitglieder der Filiale Eben mit 20 Mann festzusetzen."
Wie jedes Jahr so wird auch im Februar des Jahres 1912 ein Feuerwehrball im Kaupp'schen Gasthofe abgehalten. Die Einladungen sind ausgetragen und die Ballvorbereitungen in vollem Gange. Da erhält unser Kommando eine Einladung zu einem am selben Tage stattfindenden Ball der freiwilligen Feuerwehr - Filiale Eben. Dieses eigenmächtige Vorgehen der "Ebener Florianijünger" zieht unweigerlich die Trennung der beiden Feuerwehren nach sich.
Aus dem Protokollbuch:
"Durch die selbständige Abhaltung eines Balles wird dem Kommando gegenüber ein Wortbruch begangen, welches sich der Ausschuss sowie die Mannschaft nicht gefallen lassen kann. Um weiteren Reibereien Einhalt zu tun, beantragt der Obmann des Bezirksverbandes Aspang Herr Alois Pelnitschar die Trennung der Feuerwehr.
Die freiwillige Feuerwehr Grimmenstein I überläßt sämtliche Löschgeräte und Ausrüstungsgegenstände der neu zu gründenden freiwilligen Feuerwehr Grimmenstein II mit dem Bemerken, daß die übergebenen inventarisch aufgenommenen Gegenstände unentgeltlich ihnen zur Verfügung stehen, solange sie ihren Sitz in der Gemeinde Grimmenstein haben. In dem Moment als sie die Wehr mit einem anderen Namen und Sitz gründen, fallen alle übergebenen Löschgeräte und Ausrüstungsgegenstände an die freiwillige Feuerwehr Grimmenstein I zurück. Die unterstützenden Mitglieder der neu zu gründenden Feuerwehr ergänzen sich aus den eingeschulten und eingestammten Bewohnern der Gemeinde Kirchau."
Unsere freiwillige Feuerwehr ist nicht nur ein Verein, der sich zur Aufgabe gestellt hat Brände zu löschen, Menschen und Tiere zu retten und Hab' und Gut der Bevölkerung zu schützen, sondern er spielt auch eine nicht ganz unbeträchtliche Rolle im gesellschaftlichen Leben unseres Ortes. Ist es das Fest zum 60 jährigen Regierungsjubiläum seiner Majestät des Kaisers, das gemeinsam mit dem Verschönerungsverein im Ort vorbereitet wird, oder sind es die Feuerwehrbälle, die bereits eine lange Tradition aufweisen. Die Institution Feuerwehr ist eine notwendige Einrichtung dieser Zeit.
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