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Kommandant Josef Fichtl

27. 01. 1935 - 12. 01. 1940

Josef Fichtl
Sein Stellvertreter:
Jakob KRONAUS 27. 01. 1935 - 12. 01. 1940

Unsere Feuerwehr in der zweiten Hälfte der Dreißigerjahre

35 Feuerwehrmänner finden sich im Mitgliederverzeichnis wieder, als im Jahre 1935 ein neuerlicher Wechsel an der Spitze unserer Wehr eintritt. Franz Bernsteiner erklärt in der Generalversammlung am 27. Jänner eine Wiederwahl zum Hauptmann nicht mehr anzunehmen. Das neue Kommando setzt sich daher wie folgt zusammen: Josef Fichtl als Hauptmann, Jakob Kronaus als sein Stellvertreter, Steigerzugsführer wird Johann Heißenberger, dessen Stellvertreter und gleichzeitig auch Schriftführer Adolf Kapfenberger. Johann Kronaus und Anton Pührer übernehmen die Funtion des Spritzenzugsführers und Stellvertreters. Zeugwart August Brückler und Kassier Franz Carhaun vervollständigen den Vorstand unserer Feuerwehr.

Ein Großbrand im Ort

Da es kaum protokollarische Aufzeichnungen aus dieser Zeit gibt, können nur Privatfotos und der Bericht einer Augenzeugin dokumentieren, wie schwierig die Mobilmachung und Brandbekämpfung für unsere Feuerwehr gewesen ist.

Augenzeugin Hertha Huemann erzählt:

"Am 15. Jänner 1939 brach nach Auftauarbeiten in der Holzschleife des Sägewerkes Johann Holzer um drei Uhr in der Früh ein Brand aus. Sogleich wurden die Nachbarn geweckt um bei der Brandbekäpfung tatkräftig mitzuhelfen. Heftiger Wind beschleunigte das Umsichgreifen derFlammen. Durch ein Loch in der Feuermauer, das dem Sägewerksarbeiter Josef Kornfeld bekannt war, wurde mit Hilfe einer gebildeten Eimerkette das Übergreifen des Feuers auf das Wohngebäude verhindert. Währendessen liefen die Tochter des Hauses und ich, so rasch wir konnten, zum Zeugwart Anton Brückler im Ort. Dieser gab uns den Schlüssel zum Feuerwehrhaus, um es sogleich für die Feuerwehrmänner aufzusperren, bis er nachkommen konnte. Als wir hinkamen, war Feuerwehrmann Karl Lackner, Sattlermeister in Grimmenstein, bereits dort. Im Zeughaus befand sich aber nur eine auf einem Pferdewagen montierte Handspritze. Die Motorspritze IB 48 war gerade in Generalreparatur. So schoben wir drei diese händisch zum Brandplatz. Als wir ankamen, hatte das Feuer bereits auf den Großteil des gesamten Sägewerkes übergegriffen. Bald trafen auch andere Feuerwehrmänner ein. Trotz des Vorhandenseins von genug Wasser im Werkskanal war die Spritze für die Brandbekämpfung zu klein. Auch die Feuerwehr Edlitz mußte tatenlos zusehen, da auch sie keine bessere Ausrüstung hatte. Frau Anna Walli, die damals schon ein Telefon besaß, konnte die Feuerwehr in Wr. Neustadt alarmieren. Diese traf nach ca. einer Stunde am Brandplatz ein, und mit ihrer guten Ausrüstung konnte dann der Brand gezielt bekämpft werden."

Unwetter über den Orten

Aus der Pfarrchronik:

"Am 30. Juni 1936 ging über den Orten Edlitz und Grimmenstein ein heftiges Gewitter nieder, das von wolkenbruchartigem Regen begleitet war, sodaß das Wasser selbst auf den Wegen wie in Bächen zu Tale schoß und diese oft arg zurichtete. Der Zugsverkehr mußte auf kurze Zeit unterbrochen werden, weil in Grimmenstein das Bahngeleise überschwemmt war. Der schwere Regen, der auch mit Hagel gemischt war, richtete auch an den Feldern zum Teil großen Schaden an."

Selbstlos stehen auch hier unsere Feuerwehrmänner im Dienste am Nächsten, bis die ärgste Gefahr abgewendet werden kann.


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